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Wir sind umgezogen!

Unsere stationäre Gruppe wohnt seit März im DRK JUMA-Haus Kempen.

 

 

Das DRK Trainingskarten-Konzept

Persönlichkeitsentwicklung und Verselbstständigung messbar machen

Kontakt

DRK-Jugendhilfe Westfalen-Lippe gGmbH

DRK JUMA-Haus Kempen
Buttermarkt 4
47906 Kempen

E-Mail:
jugendhilfedrk-westfalen.de

Unser Angebot: So arbeiten wir

Erzieherin und drei Jugendliche am Whiteboard
Foto: DRK-Jugendhilfe Westfalen-Lippe gGmbH

Im Rahmen der Hilfe zur Erziehung nach §42 SGB VIII und den Anschlusshilfen nach §34 und §§27/35 in Verbindung mit §41 SGB VIII bieten wir für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) unterschiedliche stationäre Gruppenformen an: eine Regelgruppe mit eingestreuten Clearingplätzen sowie fünf sozialpädagogisch betreute Trainingswohnungen. Insgesamt können wir derzeit 24 Jugendliche aufnehmen.

Unsere Clearingplätze

Ziele des Clearingverfahrens

Das sogenannte Clearingverfahren dient dazu, die familiären und soziokulturellen Hintergründe der Jugendlichen in Erfahrung zu bringen, insbesondere ihre persönlichen Lebensverhältnisse (Identität, mutmaßliches Alter, Herkunft, Verbleib der Eltern und weiterer Familienangehöriger). Falls möglich, stellen wir den Kontakt zu ihren Verwandten her. Wir klären den gesundheitlichen, psychischen und geistigen Entwicklungsstand der Jugendlichen ab sowie ihre emotionale Situation und eventuelle Anzeichen für eine traumatische Belastung. Dabei beachten wir auch die persönlichen Ressourcen jedes einzelnen Jugendlichen (alltagspraktische Fähigkeiten, schulischer Bildungsstand, Lernverhalten etc.). Um Sprachbarrieren zu vermeiden, organisieren wir für die Aufklärung der Biografie und Fluchtgeschichte jedes einzelnen Jugendlichen die passenden Dolmetscher.

Grundbedürfnisse sichern

Im DRK JUMA-Haus Kempen stellen wir die Versorgung der Jugendlichen und ihrer Grundbedürfnisse sicher (Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung). Wir kümmern uns darüber hinaus um die medizinische Versorgung unserer Schützlinge im Rahmen einer ärztlichen Erstuntersuchung sowie durch weitere Behandlungen im Bedarfsfall.

Perspektiven erarbeiten

Ein weiterer wichtiger Schritt besteht in der Klärung aufenthaltsrechtlicher Fragen. Wir begleiten die Jugendlichen zu Behördenterminen (Ausländeramt, Gerichtstermine etc.) und klären mit ihnen ihre Perspektiven im aufenthaltsrechtlichen Verfahren. Wir erarbeiten gemeinsam schulische und berufliche Ziele und bieten den Jugendlichen eine gezielte Sprachförderung im DRK JUMA-Haus Kempen, bis ein geeigneter Schulplatz gefunden ist. Nicht zuletzt vermitteln wir den Jugendlichen behutsam das deutsche Normen- und Wertesystem und helfen ihnen bei der Orientierung an ihrem neuen Lebensort.

Unsere Regelgruppe

In der Regelgruppe erfassen wir weiterhin den Gesundheitsstand und die gesundheitliche Entwicklung der Jugendlichen. Viel Aufmerksamkeit widmen wir Aufarbeitung der Fluchtgründe sowie der Förderung von individuellen Ressourcen, die sich aus der Fluchtgeschichte ergeben. Bei psychischen und psychosozialen Auffälligkeiten sorgen wir für die notwendige Abklärung und Hilfestellung.

Identitätsfindung

Konfrontiert mit einem neuen gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld ist es eine besondere Herausforderung für die Heranwachsenden, sich selbst (wieder) zu finden und sich vom Jungen zum Mann zu entwickeln. Wir unterstützen sie bei diesem Prozess der Identitätsfindung in der sogenannten dritten Separationsphase. Dazu gehört beispielsweise, dass wir uns gemeinsam mit den Jugendlichen mit dem kulturellen Rollenbild (Mann und Frau) in ihren Herkunftsländern auseinandersetzen – und in diesem Kontext auch mit dem gültigen Rollenverständnis in Deutschland.

Selbstständig werden

Auch das Erarbeiten von beruflichen Perspektiven steht im Fokus unserer sozialpädagogischen Arbeit. Dies geschieht unter teils ungewissen Aufenthaltsperspektiven der Jugendlichen. Wir unterstützen die Jugendlichen dabei, mit dieser Ungewissheit umzugehen, und fördern ihre Verselbstständigung im Rahmen des DRK Trainingskarten-Konzeptes.

Unsere Trainingswohnungen

Mit unseren Trainingswohnungen bieten wir eine weitere sozialpädagogisch betreute Wohnform an. Hier bereiten wir die Jugendlichen gezielt auf eine selbstständige Lebensführung vor. Wir vermitteln und vertiefen die deutschen Sprache sowie Aspekte der allgemeinen Gesellschaftslehre (Normen und Werte, Rechte und Pflichten). Die Jugendlichen lernen, wie die hauswirtschaftliche Selbstversorgung funktioniert, und trainieren den sorgsamen Umgang mit ihren Finanzen. Wir unterstützen sie dabei, ihre berufliche Orientierung zu schärfen und geben weiterhin Hilfestellung für eine sinnvolle Freizeitgestaltung (beispielsweise Vereinssport).